Wasserstoff spielt in allen zukünftigen Energie-Strategien eine tragende Rolle. Doch wie kann er nachhaltig produziert und eingesetzt werden?

Ein Nachbericht zum Helmholtz Sustainability Talk:
Zum Helmholtz Sustainability Talk trafen sich am 19. April 2021 Vertreterinnen und Vertreter aus der Helmholtz-Wissenschaft, Politik, Wirtschaft und NGOs. Sie diskutierten, wie eine Wasserstoffwirtschaft nachhaltig und ressourcenschonend entwickelt und aufgebaut werden kann. Moderiert wurde der Talk durch den Hamburger Klimaexperten Frank Böttcher.

 

Wir brauchen Faszination für das Thema Wasserstoff und nachhaltige Energiewirtschaft, davon ist Hamburgs Bürgermeister Peter Tschentscher überzeugt. Die Dekarbonisierung des Verkehrssektors und der Industrie sei eine so große Aufgabe, dass sämtliche Entwicklungen und Strategien mitgedacht werden sollten. Dazu zählen grüner Wasserstoff aber auch Batterieforschung und weiter Technologien, um die Wirtschaft nachhaltiger zu gestalten.

 

Ohne Grundlagenforschung sind viele Entwicklungen im Bereich der Energieforschung nicht möglich, darauf machte Prof. Simone Techert aufmerksam. Durch Forschung an den Röntgenlichtquellen bei DESY zum Beispiel, hat ihre Arbeitsgruppe Mini-Kraftwerke entwickelt, die kleiner sind als ein Haar dick ist. Diese Zellen ahmen die Natur nach und stellen aus Sonnenlicht und Wasser Wasserstoff her.

 

Greenpeace-Geschäftsführer Martin Kaiser forderte den Ausbau der Wind- und Sonnenenergie, denn nur mit grünem Strom ließe sich auch grüner Wasserstoff herstellen. Er warnte davor, dass fossile Energieträger dazu benutzt werden sollen, Wasserstoff herzustellen. In 2021 gehe es darum, die Weichen zu stellen, das in Paris vereinbarte Klimaziel von 1,5 Grad Erderwärmung nicht zu überschreiten.

 

Wirtschaftsexpertin Claudia Kemfert sprach darüber, dass Wasserstoff auf europäischer und internationaler Ebene in Strategien für die Energie-Zukunft eine tragende Rolle spiele. Sie warnte jedoch davor, dass nicht alle Länder dabei eine nachhaltige Energiewirtschaft im Blick habe. So gebe es auch Strategien, Wasserstoff mit fossiler Energie oder mit Atomstrom herzustellen, womit Klimaziele nicht erreicht werden könnten.

 

Helmholtz-Wissenschaftlerin Prof. Katja Bühler forscht an der biotechnologischen Gewinnung von Wasserstoff durch fotosynthetisch aktive Mikroben. Als Beraterin im Nationalen Wasserstoffrat der Bundesregierung warnte sie davor Wasserstoff als Allheilsbringer misszuverstehen. Vielmehr sei Wasserstoff ein Puzzleteil in der Gesamtstrategie hin zu einer nachhaltigen Energiewirtschaft.

 

(Foto: DESY/A. Heimken)

Impressionen zum Helmholtz Sustainability Talk

Die intensiven Diskussionen und positive Stimmung dieser hybriden Veranstaltungen können Sie sich in dieser Slideshow anschauen.

(Fotos: DESY/A. Heimken)

Die gesamte Diskussionsrunde kann hier noch einmal angeschaut werden:

 

Der vollständige 2. Helmholtz Sustainability Summit musste COVID-bedingt auf den 9. und 10. September 2021 verschoben werden. Unter dem Thema „Menschen, Forschung, Energie – Ressourcen effizient einsetzen“ wird dann in verschiedenen Formaten (entweder in Präsenz oder digital) zu allen Themenbereichen der LeNa-Handreichung diskutiert, gemeinsam gearbeitet und sich vernetzt.